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.: Sellaband kündigt konzeptionelle Änderungen ab 01.12.2008 an

In Sellaband News on 22. November 2008 at 20:06

Der 17. November 2008 wird als Wendepunkt in die Geschichte von Sellaband eingehen. Obwohl die angekündigten Veränderungen erst zum 01. Dezember in Kraft treten, sorgen sie bereits jetzt für große Aufregung in der Sellaband-Community. Schon der vom Sellaband-Headquarter initiierte Chat am 17.11. lief relativ schnell aus dem Ruder, zumal auch noch technische Probleme beim Zugang von JohanV und Dagmar auftraten. Schnell war das einzige und viel diskutierte Thema der Wegfall der bisherigen Regel 1 Part = 1 Limited Edition CD.

Hier die Details:
1. Das Eigentum der Rechte am Original (Master Rights) bleibt beim Artist, der Artist erteilt Sellaband eine Lizenz
Wenn der Artist sein Album aufgenommen hat, wird er automatisch Eigentümer der Originalaufnahme (Master Rights). Der Artist räumt Sellaband jedoch für fünf Jahre die Lizenzrechte zum Verkauf und zur Vermarktung des Produktes im Namen der Believer ein. Sellaband und der Artist haben das Recht, Verträge und Lizenzvereinbarungen mit Dritten unter der Bedingung abzuschließen, dass alle aus der Originalaufnahme abgeleiteten Musikerlöse im Verhältnis 50 zu 50 zwischen Artist und Believern aufgeteilt werden.

2. Artists und Believer teilen sich fünf Jahre lang die Nettoerlöse aus den Musikverkäufen (Downloads und CDs) im Verhältnis 50 zu 50
Um die Rolle von Sellaband als Vermittler zu betonen und auch die Tatsache, dass Artists und Believer im Geschäft miteinander sind, wird Sellaband vom Budget eine Bearbeitungsprovision für Vertrieb und Verkauf der Musik absetzen. Die Bearbeitungsprovision wird also in den Herstellungskosten des Albums enthalten sein. Die Nettoerlöse aus dem Album werden zu gleichen Teilen zwischen Artist und Believern aufgeteilt. Diese Regelung wird für fünf Jahre gelten und damit der Zeitspanne für den ROI durchschnittlicher Plattenprojekte angeglichen. Wie bisher wird Sellaband auch weiterhin reguläre Versionen des Albums herstellen, vertreiben und verkaufen.

3. Reduzierung der Dauer für die Verlagsrechte auf fünf Jahre
Die bisher geltende lebenslange Übertragung der Verlagsrechte auf Sellaband wird auf einen Zeitraum von fünf Jahren begrenzt.

4. Reduzierung auf eine Limited Edition CD je Believer
Dieser Punkt hat wohl die heftigsten Diskussionen in der Community ausgelöst. Bisher gab es je Part (Anteil = 10$) eine Limited Edition CD (LECD). Dies soll nun, vermutlich auch aus Kostengründen, aufgegeben werden -der Versand von 5.000 LECDs in alle Welt hat sicherlich den geplanten Kostenrahmen gesprengt. Ab 01.12. gibt es deshalb für jeden Believer nur eine LECD. Weil aber einige Artists selbst Parts erworben haben, um später die LECDs auf Konzerten zu verkaufen, und mit dem neuen Modell ihre Planungen Makulatur gewesen wären, gibt es eine Übergangsregelung: für alle Parts, die vor dem 01.12. erworben werden, erhält jeder Believer je eine LECD. Voraussetzung ist jedoch, dass der Artist bis spätestens 31.12.2009 die 50k erreicht.

5. Neues Incentive-Programm für Believer, die mehr als einen Part erwerben
Als Ausgleich für Nr.4 hat sich Sellaband etwas Neues einfallen lassen: alle Believer, die mehr als fünf Parts kaufen, nehmen an einem neuen Incentive-Programm teil, das aus den Verlagserlösen (siehe Nr.9) gespeist wird. Einzelheiten dazu hat Sellaband noch nicht bekannt gegeben, im Forum waren allerdings bereits ein paar Informationen zu lesen:

  • 1 Part = Believer Edition des Albums = ähnlich der LECD (Zugaben im Vergleich zur normalen CD + Album downlaod + Anteil an den Erlösen,
  • 5 Parts = zusätzlich zur Beleiver CD und dem Anteil an den Verkaufserlösen gibt es einen Anteil an den Verlagserlösen von Sellaband,
  • 10 Parts = eine persönliche Version der Believer CD + Downlaod + Anteil an den Verkaufserlösen + Anteil an den Verlagserlösen,
  • 100 Parts = besondere Belohnung,
  • 1000 Parts = Cowbell Part – Sellaband fliegt dich ins Studio

Und es wird aufregende und exklusive Boni für die sogenannten „Big Believer“ geben. Offen geblieben ist allerdings die Frage, ab welchem Einsatz man zu den „Big Believern“ zählt. Das genaue Bonusprogramm ist zur Zeit noch Top Secret. Wir dürfen also gespannt sein.

6. Keine Werbung mehr auf Sellaband
Ab dem 01. Dezember wird es keine Werbung mehr auf Sellaband geben. Zum einen generiert Sellaband sicher nicht genügend Pageviews, um werberelevant zu sein. Auf der anderen Seite sind pro Monat ca 3.000 $ an Werbeeinnahmen auf immer mehr Believer und Artists aufzuteilen, was am Ende zu mikroskopischen Beträgen führt, die den ganzen Aufwand nicht wert sind. Darüber hinaus verschönern das Werbegeflacker und riesige Ad-Flächen nicht unbedingt die Webseite, von der Benutzerfreundlichkeit ganz zu schweigen. Deshalb ist der Schritt, auch wegen der Konzentration auf das Seitendesign, aus meiner Sicht nur zu begrüßen.

7. Sellaband erhält 10 % des Budgets als Bearbeitungshonorar
Sellaband begründet das damit, dass zwei Musikmanager, die dort angestellt sind, Fulltime mit dem Controlling der Albumbudgets, der Unterstützung der Artists und Organisation des Aufnahmeprozesses beschäftigt sind. Darüber hinaus vertritt Sellaband mit der A&R-Unterstützung auch die Interessen der Believer.Für diese Aktivitäten wird Sellaband nun 10% (5.000 $) des Budgets einbehalten.

8. 10 % des Budgets werden dem Artist zur freien Verfügung (do-as-you-please) bereitgestellt
10 % des Budgets erhält ab 01.12.2008 der Artist zur freien Verfügung. Die Artists können das Geld dann für Promotion, Marketing, Reisen oder zu allem verwenden, was der Produktion des Albums dient. Das Geld wird den Artists auf ihr Bankkonto überwiesen, sobald sie den Vertrag mit Sellaband unterschrieben haben.
Das Albumbudget sieht demzufolge dann so aus:
30.000 $ Budget für die Aufnahme des Albums
10.000 $ Herstellung, Versand usw.
5.000 $ Sellabands Bearbeitungsprovision
5.000 $ Artist für Promo, Marketing usw.

9. Sellaband stellt 10 % seiner Verlagserlöse für die Believer zur Verfügung
Ab 01. Dezember wird es einen Topf für ein Believer-Bonusprogramm geben, der durch die Verlagserlöse von Sellaband gespeist wird. Während der Vertragslaufzeit gehen 10 % dieser Erlöse in diesen Topf, um als Ersatz für die wegfallenden LECDs den Believern einen Anreiz zu bieten, trotzdem mehr als einen Part zu kaufen.

10. Artists verpflichten sich, mindestens acht Songs innerhalb von neun Monaten aufzunehmen
Sellaband passt hier die Zahl der Songs pro Album und die Dauer der Produktion an die durchschnittlichen Werte der bisherigen 50k-Artists an (10 Songs pro Album, 7-8 Monate für die Aufnahme). Das ist insoweit verständlich als die Believer für das Budget neben der Qualität natürlich auch eine gewisse Quantität erwarten. Probleme hatten wohl einige Believer insbesondere mit dem Second Person Album, auf dem nur fünf Songs zu hören sind. Ich denke allerdings, es sollte auf jeden Fall Qualität vor Quantität gehen, aber das ist ja wohl selbstverständlich.

11. Nur ein Song wird als Free Download zur Verfügung stehen
Bisher waren es drei Songs, die kostenlos als Download verfügbar waren. Nun wird nur noch ein Song frei sein, weil die Erwartungen hinsichtlich der Promotionwirkung der drei Free Downloads nicht erfüllt wurden. Außerdem sind die Alben bei so vielen Partnern erhältlich, dass dies eine viel größere Werbewirkung entfaltet.

12. 100k-Artists werden möglich
Wenn Artists mit dem jetzigen Budget von 50.000 $ nicht auskommen, können sie ab Dezember auch ein 100.000 $- Budget auflegen. Sellaband muss jedoch zustimmen. Recording Artists, das heißt diejenigen, die bereits ein Album mit Sellaband produziert und veröffentlicht haben, sind automatisch Mitglied im 100k-Club. Nach meiner Auffassung wird es aber für Artist nicht ganz so einfach sein, 100k in einem vertretbaren Zeitraum einzusammeln. Ich bin gespannt, wer der erste 100k-Artist bei Sellaband wird.

13. Artist Profile werden gelöscht, wenn sie länger als sechs Monate inaktiv sind
Eine sicherlich längst überfällige Maßnahme ist die Löschung von “Datenbankleichen” bei Sellaband. Es gibt hier jede Menge Artists, die einmal vorbeigeschaut haben, ein Profil angelegt haben und dann nie wieder aufgetaucht sind. Das entspricht mit Sicherheit nicht dem Konzept und der Strategie von Sellaband. Natürlich wird sich dadurch die Zahl der bei Sellaband registrierten Artists schätzungsweise auf die Hälfte reduzieren. Es ist aber, denke ich, eine gesunde „Marktbereinigung“. Die in diese inaktiven Artists investierten Parts werden den Believern natürlich wieder gutgeschrieben.

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