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.: Crowdfunding – ein sicheres Geschäft?

In Crowdfunding on 10. Januar 2009 at 21:26

crowdsource0109_2Crowdfunding (CF) – der Begriff ist nicht ganz neu, aber wenigstens so wenig geläufig, dass man ihn bei Wikipedia zum Beispiel nicht findet. Bei Crowdfunding, das vom Crowdsourcing inspiriert ist, tun sich viele Leute in einem Netzwerk oder einer Community zusammen, um mit meist kleinen Geldbeträgen große Projekte zu finanzieren. Das geht von Filmen, Hotels, Brauereien bis zu Musikproduktionen. Die Konzepte schießen in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden und keine Idee scheint verrückt genug.

Dabei ist das Konzept alles andere als neu. Betrachtet man die gute alte Aktiengesellschaft. Auch dort haben sich, zumindest wenn ein großer Teil der Aktien in Streubesitz ist, viele Aktionäre in einem (wirtschaftlichen) Netzwerk zusammengeschlossen, um ihr Geld in eine Idee zu investieren. Auch die klassische Genossenschaft, „erfunden“ vor fast 200 Jahren von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch, ist eigentlich nichts anderes als Crowdfunding. Auch beim Crowdsourcing finden sich frühe Parallelen in der Geschichte. Den Pyramidenbau in Ägypten kann man durchaus als Crowdsourcing bezeichnen, auch wenn die Sklaven damals nicht freiwillig für den Pharao tätig waren. Aber ist es nicht eine Form der Ausbeutung, wenn die sogenannte kollektive Intelligenz ganze Softwareprojekte oder Nachschlagewerke erschafft?

Das Crowdfunding ist da nicht viel besser. Das Risiko des Unternehmers wird darauf beschränkt, eine Plattform für die Masse zur Verfügung zu stellen. Das tatsächliche Unternehmerrisiko trägt die Community. Hier muss man höllisch aufpassen, in welche Projekte man sein Geld steckt und wem man sein sauer Verdientes anvertraut. Denn der entscheidende Unterschied zwischen einem Aktionär oder Genossenschafter und einem CF-„Investor“ ist, dass der „Investor“, auch wenn er meist nur kleine Beträge einbringt, eben nicht denselben Schutz genießt. Hier liegt die Gefahr in der CF-Bewegung. Also, gesundes Misstrauen ist immer und besonders in Geldangelegenheiten in jedem Fall angebracht.

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