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.: CEBIT WebCiety: Music Business Reloaded

In Branchennews on 11. März 2009 at 22:59

Im Rahmen der Webciety auf der CEBIT 2009 haben sich am 06.03.09 einige Größen des Musik-Web-Business unter der Moderation von Johnny Häusler zu einer Podiumsdiskussion zusammengefunden: Tina Funk (Geschäftsführerin creative-­lobby), Ruben Jonas Schnell (Initiator und redaktioneller Leiter ByteFM), Ralf Plücker (Director Musikproduktmanagement Vodafone), Conrad Fritzsch (CEO tape.tv), Alexander Landschulz (Marketing/Vertrieb tape.tv). Das Ganze ist ein Vorgeschmack auf die Anfang April in Berlin stattfindende Social Media Konferenz re:publica. Deshalb lief das gesamte Programm mit einer Vielzahl von anderen Themen rund um das Web auf der CEBIT auch unter dem Namen pre:publica.

Der illustre Teilnehmerkreis diskutierte unter anderem, was die großen Labels im Internet oder überhaupt bei digitaler Musik falsch gemacht haben und welche Auswege aus der Krise führen. Die Gesprächsrunde ist oben per Video zu verfolgen. Weil hier mehrere Beiträge zusammengeschnitten sind, solltet ihr bei 1:08:00 ins Video einsteigen.

Im Folgenden will ich versuchen, die wichtigsten Erkenntnisse der Diskussionsteilnehmer wiederzugeben. Unter anderem wurde die Frage aufgeworfen, wie heute eigentlich noch mit Musik Geld zu verdienen ist. Tina Funk bietet da eine einfache wie kurze Antwort: „… mit dem Fan kommunizieren und einen Grund für den Fan zu schaffen, zu kaufen …“. Wobei allerdings auch Tina Funk die Schwierigkeit in der Umsetzung dieses Prinzips sieht. Oftmals ist die neue Medienwelt auch in den Köpfen der Künstler noch nicht angekommen, die sich kaum über neue Vermarktungsformen für Musik (z.B. Downloads, Klingeltöne) Gedanken machen und noch wie vor Jahren am physischen Verkauf hängen.

Conrad Fritzsch sieht die Sache aus der Nutzerperspektive und meint, dass Entertainment immer gleich funktioniert – der Nutzer will nicht viel tun, keine komplizierten Betriebsanleitung lesen. D.h. Dienste müssen für den Nutzer so einfach und intuitiv wie möglich gehalten werden. Darüber hinaus plädiert Fritzsch dafür, dass auch die Musikindustrie wie alle anderen nach Angebot und Nachfrage verkaufen sollte, die Preise also vom Markt bestimmt werden.

Ralf Plücker sieht ein „Totschlagargument“ darin, dass der Nutzer mit einem käuflich erworbenen Musikstück weniger machen kann als mit einem illegal gedownloadeten – Stichwort DRM.

Ruben Jonas Schnell ist dann der Meinung, dass Investition in neue Künstler eigentlich nicht notwendig sei. Die DIY-Kultur ist so weit entwickelt, dass hier kaum Arbeit notwendig ist. Tina Funk entgegnet, dass eigentlich nicht das Geld das Problem bei der Entwicklung von Künstlern sei. Vielmehr ist das alles heute eher „ideenintensiv“. Die Investition in Artist Development hat also mehr Ideenreichtum zu tun, um den „Reason to Buy“ zu erzeugen.

C0nrad Fritzsch stellt insbesondere die Vorteile von Push-Medien zur Musikvermarktung heraus, wie es z.B. tape.tv eines ist. Im Gegensatz zu den Pull-Medien wie YouTube bekommt der User dort die Musik redaktionell bearbeitet „serviert“. Er hält dies für eine bessere Alternative, weil der Nutzer durch die Musik „geführt“ wird.

Conrad sieht drei Trends für die Zukunft: Digitalisierung, Individualisierung und Globalisierung. Im Ergebnis ist damit festzustellen, dass die Einfachheit der Bedienung für den Musiknutzer im Vordergrund stehen muss. Auch dann lässt sich mit Musik wohl auch Geld verdienen. In der zukünftigen always-on-Gesellschaft, wo jeder egal ob zu Haus oder mobil im Netz unterwegs ist, wird wohl das streamen von Musik zunehmen. Das heißt, der Besitz von Musik oder Medien wird immer mehr in den Hintergrund rücken und das Musikhören an sich spielt die entscheidendere Rolle für den Nutzer.

Die Diskussion ist unten in meiner Videosammlung zu sehen (bite bei 1:08:00 einsteigen).

  1. […] Webciety Panel “Music Business Reloaded”, das am 06. März auf der CEBIT stattfand (ich habe berichtet). Dort waren Conrad Fritzsch und Alexander Landschulz von tape.tv als Diskussionsteilnehmer […]

  2. […] zeigt auch, das man mit neuen Ideen einfach auch experimentieren muss. Und das ist es auch, was Tina Funk bei “Music Business Reloaded” auf der CEBIT mit “ideenintensiv” meinte. Für die erfolgreiche Vermarktung von Musik kommt es auf […]

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